Nachwort zur Ausstellung von Olafur Eliasson

Freitag, 3. September 2010 14:59

Olafur Eliasson in der Ausstellung Innen Stadt Außen. Berlin, Martin-Gropius-Bau, bis zum 9. August. Mein Sommererlebnis fand genau dort statt. Ohne das ich es erahnt hätte.

In der Ausstellung befand sich die letzte und vielleicht grösste Installation der vorgestellten Exponate am Ende, eine Welt bestehend aus Licht und Nebel.

Installation von Olafur Eliasson im Martin Gropius Bau       Fotografie©Ursula Drees

Durch eine Spezialtür betrat man erst einen in helles weiss getauchten Dampfraum. Man konnte kaum einen Schritt gehen, die Orientierung ging verloren, denn nur 25 cm Blickweite eröffneten sich im dichten Dunst.

Installation von Olafur Eliasson im Martin Gropius Bau       Fotografie©Ursula Drees

Langsam ertasteten die Füsse den Boden und angestrengt starrte man in die Licht und Farbwand. Dann endlich wurden wenige Konturen sichtbar, mit der Gewöhnung fanden sich erneut Grenzen des zerfallenen Raums.

Installation von Olafur Eliasson im Martin Gropius Bau       Fotografie©Ursula Drees

Die Illusion des Auges wurde neutralisiert und der Gang führte zu voll gestättigten Farbräumen, von Blau zu Lila, zu Pink zu Rot zu Gelb. Im Blau sieht man Konturen im Rot lösen sie sich auf.

Installation von Olafur Eliasson im Martin Gropius Bau       Fotografie©Ursula Drees

Erst wenn ein anderer Mensch keine 30 cm vor einem steht sieht man ihn. Wenn Farbe den Weg versperrt? Wenn wir merken wie Farbe an Dichte gewinnt, wenn Farbe Kontraste zulässt und sie schluckt.

Es ist ein soziales Experiment, was geschieht wenn die formalen Gegebenheiten verschwinden? Wie gehen Menschen miteinander um, die in eine solche unwahrscheinliche Welt, einen Raum ohne feste Grenzen geraten?

Beitrag zum Sommererlebnis von Ursula Drees

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Konzeptidee von Thomas Nathan: Stillleben

Dienstag, 31. August 2010 10:10

Geschlossene Installation aus 3 Räumen: Aussenraum: 4 Seiten Projektionswände, Innenraum: Eingangsschleuse und Hauptraum

Idee: Verbindungen / Stillleben (Arbeitstitel)

Je besser netzwerkbasierte Baumstrukturen organisiert sind, desto höher deren Effizinz, Schnelligkeit und Frequenz. Marshall McLuhan beschrieb dieses Phänomen mit dem Ausdruck: all-at-once-ness. Tag und Nacht werden Informationen generiert und dem User dargeboten. Was ist wichtig, was unwichtig? Ist der User überhaupt noch in der Lage alles zu verarbeiten oder geht er in der vorlauten Flut unter.

„Stillleben“ ist das Leben in der Stille, wo Informationen nicht zur Last werden. Das Medium soll dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.

Kernsatz

Welche Lebenswirklichkeiten bestimmen unsere Ruhe: digitale Vernetzungen oder menschliche Verbindungen?

Model Thomas Nathan: Papier, Pappe, Styrophoamkugeln    Fotografie©Ursula Drees

Beschreibung

Aussenwandbespielung: Information der Lebensrealität: Menschenmassen Fussgänger, Auto-, Zug-, Flugverkehr mit Mengen und Zeitangaben der Verkehrsverbindungen, Mobilität, Flexibilität, Bewegung in jeder Form. Lärm, Überfüllung, Twitternachrichten, Wallposts, Selbstdarstellungen im ständigen Informationsflut.

Innenraum: Eingangsschleuse: Reduktion der Informationsquellen und des summenden Soundteppichs, der Aussenwelt. Auditive Suggestivnachrichten fokussieren den Besucher auf den nächsten Raum.

Hauptraum: neun 1m hohe Säulen mit Leuchtkugeln von ca. 20cm Durchmesser angeordnet in einem symmetrischen Quadrat fordern den User auf die Hand aufzulegen. Es wird der Puls abgenommen und die Kugeln leuchten in der entsprechenden Pulsfrequenz. Parallele akustische Signale zur Unterstützung der Pulsfrequenz werden zu einem Leuchtsignal. Auf einem überdimensionierten  Wanddisplay werden die Signale durch Computer generierte Grafiken abgebildet. Ein stets Verändern, Wachsen und Schrumpfen der Bilddaten in einem die Leuchtkörper imitierenden 3×3-Matrix.

Model Thomas Nathan: Papier, Pappe, Styrophoamkugeln    Fotografie©Ursula Drees

Interaktions – Spielsystematik

Bei Auflage beider Hände auf eine Kugel wird der Puls gemessen und in Licht- und grafische Signale umgewandelt. Bei mehreren Usern entsteht ein kollektiver „Raumpuls“. Die Schnelligkeit der jeweiligen Raumpulse werden farblich in Stark, Mittelwertig und Schwach getrennt. Ein drucksensitiver Fussboden nimmt Raumbewegung ab, koordiniert sie mit den Pulswerten, errechnet Stress oder Ruhefaktoren, die jeweils auditiv und visuell auf dem Display abgebildet werden.

von Thomas Nathan

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Konzeptidee von Nadja Weber: Through The Looking Glass

Freitag, 27. August 2010 8:52

Offen begehbare Rauminstallation

Idee: Verbindungen / Through The Looking Glass (Arbeitstitel)

Mit multiplen Identitäten agieren wir im Raum der Wirklichkeit und jenem der virtuellen Realität. In der virtuellen Realität  wird unser Dasein simuliert, eine genaue Differenzierung des Seins und unseres Spiegels wird durch steigende Darstellungsqualität und Immersionsgrad unmöglich. Die Installation lässt uns durch den Spiegel schauen, Ursprung und Verschiebung greifen dialogisch aufeinander zu, erzeugen Individualitätsunschärfe.

Kernsatz

Die Eigenständigkeit des virtuellen Ichs nimmt Überhand. Ursache und Wirkung versinken in Unschärfe.

Model von Nadja Weber: Papier, Transparentpapier            Fotografie©Hartmut Ulmer

Beschreibung

Eine interaktive Bodenplatte im Schachbrettmuster mit farbigen Markierungen begrenzt den Installationsraum. Diese Fläche wird durch mehrere senkrechte Spiegelflächen halbiert. Besucher können das Geschehen der Installation von beiden Spiegelseiten betrachten. Die Bildwelten beider Spiegelseiten unterscheiden sich. Auf einer Seite entstehen durch dialogisches Interagieren mit der Spiegelfläche virtuelle Besucher und ein eigenständiger farbiger Umraum. Besucher können die Farbkompositionen aktivieren und andere virtuelle Bewohner beleben.

Model von Nadja Weber: Papier, Transparentpapier            Fotografie©Ursula Drees

Ebenso lässt sich der Spiegel visuell durchschreiten. Das virtuelle Leben erscheint rückseitig. Eine abweichende Welt wird abgebildet. Vor dieser Betrachterperspektive vereinen sich die virtuellen Menschen und die Schattenrisse der wirklichen Besucher zu einer flächigen Komposition. Einige Umrisse erhalten Marionettenpuppenseilzüge. Der Besucher ist durch technische Schnittstellen befähigt, die Marionetten zu lenken.  Mit steigender Besucherzahl verdichtet sich der virtuelle Raum, so wie er bei abnehmender  Besucherzahl in den ursprünglichen Raum aus Schachbrettboden mit Spiegelfäche zurück versetzt wird.

Model von Nadja Weber: Papier, Transparentpapier            Fotografie©Ursula Drees

Interaktions – Spielsystematik

Bei einer Annäherung an die Spiegel entwickelt sich das virtuelle Eigenleben. Mit steigender Interaktion der Besucher verändert sich die Darstellungsqualität der Bewohner im virtuellen Spiegel. Schattenrisse werden zu ausgeformten Gestalten. Farbige Elemente blitzen auf und beleben bei Aktivierung durch die Besucher weitere virtuelle Gestalten. Zwei Betrachterperspektiven werden angeboten: 1.  die des tatsächlichen Umschreitens der Spiegelfläche und 2.  die der Simulation, wo Überlagerungen der agierenden Besucher mit deren virtuellen Abbildungen stattfinden und weitere Interaktionsschnittstellen präsentieren.

von Nadja Weber

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Konzeptidee von Felix Wegner: Allatonceness

Mittwoch, 25. August 2010 9:02

Interaktive Aussenraumprojektionen, interaktive innenrauminstallation.

Idee: Verbindungen / Allatonceness (Arbeitstitel)

Der Mensch wird in allen Lebenssituationen beobachtet, sein Verhalten analysiert, dokumentiert und interpretiert. Der Abdruck jedes Einzelnen wird eindeutig, berechenbar und mit medialen Fernbedienungen steuerbar.

Kernsatz

Die mediale Allgegenwärtigkeit erlaubt kein Entkommen.

Model von Felix Wegner: Pappe, Papier, Miniaturfiguren       Fotografie©Hartmut Ulmer

Beschreibung

Die Installation ist in Aussendarstellung und Innengeschehen gegliedert. Im aussengeschehen beobachtet und erlebt der Besucher Täter-Opferphänomeme. Teils wird sein Bild integriert teils kann er in gebührender Entfernung betachten. Im Innenbereich wird der Besucher dialogisch und massgeblich in das Geschehen integriert.

Model von Felix Wegner: Pappe, Papier, Miniaturfiguren       Fotografie©Hartmut Ulmer

Es werden verschiedene Betrachterpositionen zum Thema Überwachung erlebbar gemacht. Anfänglich geben mediale Schnittstellen Grund zu Selbstdarstellung und Spielerei. Im Weiteren jedoch wird die Relevanz von unüberlegter Datenfrei- und Abgabe visualisiert: durch  unrichtige Personenprofile, durch Installationen der üblen Nachrede zum Raum wo jeder Besucher basierend auf einem Roboter gesteuerten Spot gewollt oder gewünscht in das Auge der Öffentlichkeit gerückt wird.

Interaktion – Szenographie – Dramaturgie

Auf den vier Aussenwänden werden formatfüllend Täter- und Opferszenarien inszeniert. Durch Annäherungssensoren werden Besucher wahrgenommen und die Bildinhalte reagieren entsprechend einer narrativen Idee.

Model von Felix Wegner: Pappe, Papier, Miniaturfiguren       Fotografie©Ursula Drees

Im Innenraum werden die Besucher aufgefordert, sich mit Masken zu anonymisieren, eine gespielte Identität einzunehmen, derweil eine Vielzahl von Überwachungskameras und Wiedergabemonitore jeden Einzelnen präsentiert. Im Folgeraum werden diese Bilder für Profilerdaten verwendet, es werden Annahmen und Vermutungen zu den Gesichtern und den Personen angestellt.

Model von Felix Wegner: Pappe, Papier, Miniaturfiguren       Fotografie©Ursula Drees

Dieser Datenmissbrauch wird im Folgeraum überspitzt in Szene gesetzt. Von der Decke hängende Monitore zeigen Detailaufnahmen von sehenden Augen, sprechenden Mündern, hörenden Augen und erzählen Geschichten von Menschen, die haltlose Vermutungen zum  Besucher anstellen. Der letzte Raum stellt jeden Besucher ins öffentliche Leben, nimmt seine Privatsphäre und verwandelt ihn zu einem gläsernen Menschen.

von Felix Wegner

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Konzeptidee von Hartmut Ulmer: Stop Doing Things

Montag, 23. August 2010 8:21

Geschlossene interaktive Installation aus Schläuchen, Gängen, Parzellen, Nischen und Räumen.

Idee: Verbindungen / Stop Doing Things (Arbeitstitel)

Überinformation, Allgegenwärtigkeit, Verwandlung zum öffentlichen Menschen, Dezentralisierung und Defragmentierung kennzeichnen unser Zeitalter. Alle Lebensbereiche werden durch digitale Medien durchzogen und vom  Natürlichen entfremdet. Sind wir Teil einer Gesellschaft oder Spielball einer medialisierten Show geworden? Ruhe, Angst, Extase, Abgründe, das Extreme  vereinen sich zu einem Wechselbad der Gefühle und initiieren die Frage nach Vergangenheit, Presents und Zukunft.

Kernsatz

STOP DOING THINGS AND RECOLLECT!

Model: Hartmut Ulmer: Pappe, Papier, Folien        Fotografie©Hartmut Ulmer

Beschreibung

Die Installation ist ein aus unterschiedlichen Environments, Schläuchen, Nischen, Parzellen, Gängen und Räumen bestehender Erfahrungsparcour. Es wird ein dramaturgischer Wechsel von Ruhe und Kontemplation zu Unruhe und Geschwindigkeit, Bedrängnis, Überfüllung, zurück zu Leere und Aushöhlung inszeniert. Dabei wird der Besucher von einem virtuellen Begleiter, dem Systemsprecher beruhigend und fordernd geführt, beschützt, verhätschelt, beschimpft und gejagt und rausgeworfen.

Model: Hartmut Ulmer: Pappe, Papier, Folien        Fotografie©Ursula Drees

Szenographie – Dramaturgie

Es werden versteckte und sichtbare interaktive Schnittstellen eingesetzt.

Ein Systemsprecher geleitet den Besucher durch die vorgestellten Environments. Der Besucher wird durch RFID Tag ausgestattete Handys getrackt, persönliche Daten werden abgefragt und je nach Raumbeschaffenheit verwendet.

Im Eingang begrüsst uns der Systemsprecher und schleust den Besucher durch einen gelben Farbtunnel, der in einer Umgebung von hektischer Überinformation mündet.

Mobile Trennwandelemente verstellen den Weg, den Blick und den Gang. Alle eingesetzten Medien überlagern sich, die mobilen mitgeführten Medien werden aktiviert und bedrängen den Besucher bis zum abrupten Stillstand. Dieser Raum ist das zentrale Element. In Nischen werden visuelle und auditive Störfaktoren dargestellt.

Model: Hartmut Ulmer: Pappe, Papier, Folien        Fotografie©Ursula Drees

Von dort jagt der Systemsprecher den Besucher in einen kurzzeitig beruhigenden Komplimentegang und weiter zum kontemplativen vornehmlich von Licht und Sound geprägten Seinsraum, wo die “festgehaltene Zeit” über Kucklöcher abgebildet wird. Weiter geht es durch einen aggressiv rot erleuchteten Bitmapschlauch der erhöhten Erregung, Existenzhinterfragung und Angst.

Als letzter Raum bricht das Konstrukt um den Systemsprecher zusammen, Entschuldigungen und statistische Erhebungen begleiten die Betrachter nach draussen..

von Hartmut Ulmer

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Konzeptidee von Franz Rosenberger: Memory Reload

Donnerstag, 19. August 2010 8:16

Im Rahmen der Konzeptfindung von “senses reconnected” wurden von den Teammitgliedern noch weitere Event Media Konzepte entwickelt, die nicht gewählt wurden. Einige ausgewählte Konzepte möchten wir hier vorstellen.

Idee: Verbindungen / Memory Reload (Arbeitstitel)

Rauminstallation mit drei Räumen.

Model Franz Rosenberger: Papier, Styropor     Fotografie©Hartmut Ulmer

Kognition und Erinnerungsmanagement des Menschen gleichen sich an Verarbeitungs- und Funktionsweisen des Computers an. Emotional motivierte Denkprozesse wie die Auseinandersetzung mit Gefühlen, Identität, Authentizität oder Dasein treten in den Hintergrund.  Jede menschliche Regung wird codiert, versachlicht, verglichen, zugeordnet und abgespeichert. Der Bewusstseinsgrad sinkt mit der Menge der Speicherdaten und Speicherkategorien. Das Hirn wird zum Datenspeicher, der Computer zum Gedächtnis. Sinneseindrücke werden zu logische Codierungen und zu Speicherblocks. Ist der Speicher gefüllt, erfolgt die Leerung und damit der Tod des Users. Es folgt der nächste Speicherrohling, bereit zur Befüllung.

Kernsatz

Mensch und Computer verwachsen zu einer Einheit: Wahrnehmung und Denken konditionieren einander.

Model von Franz Rosenberger: Styropor, Papier, Pappe – Fotografie ©Ursula Drees

Beschreibung

Alle Räume greifen inhaltlich aufeinander zu, stellen eine einheitliche narrative Entwicklung dar.

Im ersten Raum werden visuelle und auditive Wahrnehmung durch ein interaktives Spiel ausgebildet; dieser Raum stellt die Menschbildung dar.

Im zweiten Raum, das Menschsein, wird die Verschmelzung Mensch-Maschine ausagiert. Sinnliche Eindrücke werden durch farbige Einheiten abgebildet und einem Erinnerungsspeicher zugeführt. Der Raum wird bis zur Decke mit Speicherblocks gefüllt.

Der dritte und letzte Raum, die Menschvergänglichkeit reflektiert Erinnerung, Erfahrungen, Eindrücke.  Besucher beobachten mit Überwachungskameras die vorhergegangen Perioden bis zum jetzigen Moment. Nicht nur die Vergangenheit wird beobachtet sondern auch die Gegenwart. Der Besucher beobachtet sich bei der Beobachtung.

Model von Franz Rosenberger: Styropor, Papier, Pappe – Fotografie ©Ursula Drees

Interaktions – Spielsystematik

Im ersten Raum werden analoge Steuerelemente mit digitalen Abbildungen verbunden, der Mensch wird geprägt und eingestellt. Das Spiel ist selbsterklärend, haptisch, objektorientiert, leicht zu bewältigen und vertrauenserweckend.

Der zweite Raum wird durch eine innere Schaltzentrale (Multitouchtable) bedient und gesteuert. Die generierten Informationen werden grossformatig auf alle vier Wände projiziert. Wenn die Wände durch Memoryblocks erleuchtet sind, kommt es zum Information Overflow. Die Datenspeicher werden geleert, einer neuer Vorgang beginnt.

Der letze Raum ist ein Beobachtungsraum und nichts anderes.

von Franz Rosenberger

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Die Entwicklung des Logos von “senses reconnected”

Montag, 16. August 2010 17:41

Ein Logo ist wie ein Gesicht: Es vermittelt dem Gegenüber den ersten bleibenden Eindruck und entscheidet in Bruchteilen einer Sekunde über Sympathie oder Antipathie. Je nach Gesichtsausdruck können, wie mit einem Logo auch, verschiedene Aussagen gemacht werden: Ist mein Gegenüber fröhlich und offen oder eher seriös und ernst? Wie kann ich ihn einschätzen und was erwarte ich von ihm? Möchte ich mehr über ihn erfahren oder lieber Abstand halten?

Über diese und ähnliche Fragen haben wir uns viele Gedanken gemacht und sind Stück für Stück unserer eigenen visuellen Identität näher gekommen.

Sehen Sie selbst, welche Entwicklung das Logo von “senses reconnected” erfahren hat.

von Kristin Tecles

Logoentwicklung © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

Logoentwicklung © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

Logoentwicklung © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

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Nur wer kommuniziert, wird auch gehört.

Donnerstag, 12. August 2010 19:57

Wer so viele Gedanken, Ideen und so viel Energie in ein Projekt wie “senses reconnected” steckt, der möchte natürlich auch, dass es von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Um dies zu erreichen galt es “senses reconnected” nach außen zu kommunizieren.

Dabei haben wir auf mehreren Kanälen gearbeitet: Um online präsent zu sein, haben wir diesen Blog ins Leben gerufen, welcher ständig redaktionell betreut wird und auch nach dieser Produktion für alle weiteren Event Media Produktionen an der HdM weiter verwendet wird. Dieser Blog ist außerdem mit facebook verknüpft, d.h. dass alle Artikel über facebook bekannt gemacht werden und so eine große Community erreichen. In einem eigenen Pressebereich im Blog stehen Logos, Pressemitteilungen und Bilder zum Download zur Verfügung.

Um “senses reconnected” innerhalb der Hochschule anzukündigen, haben wir einen Trailer produziert, der zwei Wochen vor der MediaNight auf Monitoren in der Aula zu sehen war. Parallel dazu haben wir in der Hochschule der Medien Plakate aufgehängt.

Insbesondere im Print Bereich gab es viele Maßnahmen: So haben wir einen Flyer gestaltet, der das Projekt “senses reconnected” kurz beschreibt und veranschaulicht um Sponsoren zu gewinnen. Außerdem hat das Grafik Team eine Online Einladung entworfen, die allen Sponsoren und weiteren Gästen für die MediaNight als Ankündigung per Email zugeschickt wurde. Zusätzlich wurde kurz darauf eine Print Einladungen per Post verschickt. Als Give Aways für die Ausstellungen im Haus der Wirtschaft und bei SAP in Walldorf, haben wir stylishe Postkarten entworfen, auf denen wir uns selbst als Team hinter dem Projekt präsentieren. Teamshirts mit unserem Logo und Design, definieren uns noch stärker als Gruppe und halfen Besuchern an der MediaNight dabei, uns als “Personal” zu erkennen, das bei Fragen weiterhilft.

Doch nicht nur außerhalb der Installation wurden Werbe- und Informationsmaterialien geschaffen, auch innerhalb findet sich die Arbeit des Grafik Teams wieder. Um Besuchern die Funktionsweise und Möglichkeiten von “senses reconnected” noch verständlicher zu machen, haben wir erklärende Fahnen in der Mitte der Installation angebracht und einen Informationsflyer entworfen. Zwei aufgestellte Roll Ups im Haus der Wirtschaft und bei SAP sowie ein Einleger für die Einladungen zur Vernissage im Haus der Wirtschaft zeigen die Logos unserer Sponsoren, ohne die dieses Projekt so nicht möglich gewesen wäre. Um unseren Sponsoren und allen anderen Event-Interessierten einen Einblick in die Entstehung von “senses reconnected” zu geben, haben wir eine Dokumentations-DVD erstellt, die, wie alle anderen geschaffenen Medien, im passenden Corporate Design gestaltet wurde, inklusive der Hülle und einem Inlay.

von Kristin Tecles

Info Flyer © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

Postkarte © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

Roll Up © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

Plakat und Team Shirt © Grafik Team (Iris Aipperspach, Rebecca Glaser, Kristin Tecles)

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Verständigungsschwierigkeiten

Montag, 9. August 2010 8:04

Am 01.07. fand die MediaNight an der Hochschule der Medien Stuttgart statt.

senses reconnected wurde an diesem Abend zum ersten mal einer großen Besuchergruppe zugänglich gemacht. Für uns, die wir nun schon lange tief in der Materie stecken, sind viele Zusammenhänge innerhalb der Installation vollkommen klar. Wir sprechen von Verbindungen, die von technischen Schnittstellen hervorgerufen werden. Zum Beispiel spreche ich in ein Mikrophon und jemand anderes an einem anderen Ort kann meine Worte hören. Solche Verbindungen, aber auch Verbindungen die anscheinend Falsch sind. Zum Beispiel: Ich spreche in ein Mikrophon und jemand anderes hört nicht meine Worte sondern sieht sie auf dem Bildschirm in Form einer farbigen, pulsierenden Sphäre, die ihre Gestalt verändert. Diese Verschaltungen bilden die Grundlage unserer Installation und es gibt nicht nur zwei davon sondern 27 Möglichkeiten um Eingaben wie Sprache, Bewegung, Bild und Ton zu verändern.

Hinter diesem Hintergrund müssen wir uns als Team fragen: Kann der Besucher diese Verbindungen nachvollziehen? Die MediaNight bot uns die hervorragende Möglichkeit dieser Frage nachzugehen und Testscreenings durchzuführen. Wir beobachteten die Besucher genau und lauschten aufmerksam ihren Kommentaren.

Die Verschaltungen, die wir Transformationen nennen, müssen erklärt und dem Besucher durch Bilder und Zeichen verständlich gemacht werden. Dafür haben wir das Terminal-Interface entwickelt.

In- & Outputfelder des alten Terminal-Interface (hier am roten Terminal) - Grafik©Franz Rosenberger

Dieses Interface wird auf den Bildschirmen angezeigt, die an den drei Terminals angebracht sind. Die zwei Felder In- & Output befinden sich in der rechten und linken oberen Bildecke.

Das alte Terminal-Interface auf dem Bildschirm (hier am roten Terminal) – Foto©Tobias Isakeit

Der Besucher soll zunächst begreifen, dass die Y-förmige Darstellung im Interface das Dreibeinkonstrukt der Installation darstellt. Die farbigen Enden symbolisieren die drei verschiedenen Terminals in rot, grün und blau. Die nach unten gerichtete Farbe ist die Farbe des Terminals an dem sich der Besucher befindet. In den obigen beiden Bildern ist dies also das rote Terminal.

Die Betitelungen “input” und “output” sollen dem Besucher mitteilen, dass im linken und rechten Interfacefeld angezeigt wird, wohin er ein Signal in welcher Form sendet bzw. woher er etwas empfängt und was dies ursprünglich einmal war. Die Hand symbolisiert Haptiksignale, das Ohr Audiosignale und das Auge Videosignale. Die Symbole bewegen sich über die Interface-Felder und zeigen so den Signalfluss an. Im komplexesten Fall werden an jedem Terminal 3 Signale ausgesendet und 3 Signale empfangen. Es finden also im input-, sowie im output-Feld drei hintereinandergeschaltete Animationen statt. Das sind sechs verschiedene Animationen, die der Besucher begreifen muss um zu verstehen, was gerade geschieht. Zusätzlich findet bei Signaltransformationen eine Morphing-Animation im Zentrum des jeweiligen Interfacefeldes statt.

Es stellten sich uns die Fragen: Können die Betrachter unsere Ikonographie entschlüsseln? Ist die grafische Sprache klar genug, damit sie ohne weitere Erklärungen einleuchtend ist? Ist es ein selbsterklärendes System?

An der MediaNight wurde deutlich, dass diese Abstraktion zu hoch, und die Nachvollziehbarkeit nicht gegeben ist. Wir erhielten von vielen Seiten wertvolle Anregungen. Besonders hervorstechend war der Wunsch nach “Kontrollfeldern” in denen zu jedem Zeitpunkt ein Feedback über die eigenen Signale gezeigt wird. Wir haben also ein völlig neues Interface entworfen. Ausgehend von dem Wissen, dass der Durchschnittsbesucher in der Regel mit bildschirmgesteuerter Interaktion durch bekannte Schnittstellen kommuniziert, wurden wir wesentlich konkreter.

Darstellung des neuen Interface am roten Terminal - Grafik©Tobias Isakeit

Wir haben eine Art Farbkodierung entwickelt. Jedes Terminal verweist auf eine bestimmte Farbe: Rot, Blau oder Grün. Dies ist seine Erkennungsfarbe. Deshalb werden die Verbindungen im Monitor auch mit der jeweiligen Farbe eingetönt. Vielleicht wird der Betrachter durch die Färbung seine Zugehörigkeit erkennen.

Um den Unterschied zwischen den beiden Interfacebereichen deutlicher zu machen arbeiten wir mit den konkreten Textinformation “what you receive” und “what you send”. Wir integrierten Kontrollfelder in das Interface (im Bild die Felder jew. links von den Pfeilen). Im Bereich “what you send” erhält der Besucher unmittelbares Feedback zu den eigenen Eingaben am Terminal. Er sieht sein eigenes Bild, seinen Mikrofoninput in Wellenform und seine Handbewegungen auf dem Haptikboard in einer Matrixdarstellung. Ebenso sieht er im Feld “what you receive” Eingaben der anderen Terminals, wenn diese mit ihm verbunden sind.

Die Ohr-Auge-Hand Ikonographie existiert nach wie vor, da diese auch in der Steckzentrale und an den Natursäulen auftaucht und es dem Besucher so leichter fällt eine gedankliche Verbindung herzustellen.

Die Ikonographie in senses reconnected - Bild©Franz Rosenberger

Im neuen Interface repräsentieren diese Icons jetzt die Eingangskanäle der Terminals. Welcher Kanal an welchem Terminal gemeint ist, wird durch farbliche Hinterlegung kommuniziert. Der Pfeil als weit verbreitetes und allseits bekanntes Symbol steht im neuen Interface für “…wird zu…” bzw. “…geht an…”. Er verdeutlicht den Signalfluss.

Wir haben mit diesem neuen System zur Erklärung der Verschaltungen und Transformationen Usertests durchgeführt. Die gefragten User waren im Alter zwischen 20 und 30 Jahren und hatten relativ gute Kenntnisse im Umgang mit Computern und deren Erklärungssystemen die auf ikonografischer Basis aufgebaut sind. Deshalb kann es sein, dass die gewählte Usertestgruppe nicht ganz unserer späteren Zielgruppe entspricht. Wir hoffen aber, dass die Usergruppe trotzdem einen guten Durchschnitt der späteren Installationsbetrachter ergibt. Denn wir stellen nicht nur im Haus der Wirtschaft aus, wo die Besucher wenig mit Computern zu tun haben, sondern auch später bei SAP, wo wir von Powerusern ausgehen müssen. Deshalb mussten wir eine Zwischenmenge von zwei gegenüberliegenden Zielgruppen finden.

Wir wollen auf Nummer sicher gehen und werden den Besuchern auf den anstehenden Ausstellungen einen Flyer zur Verfügung stellen, der die Interaktionsmöglichkeiten von “senses reconnected” kurz erklärt.

von Franz Rosenberger

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Schritt für Schritt bis zum großen Ganzen

Freitag, 6. August 2010 11:37

Nicht nur für die Sponsoren von “senses reconnected” ist es interessant zu erfahren, in welchen Arbeitschritten die Installation entstand. Auch für uns Teammitglieder ist es wichtig, unserere Arbeit und Schaffensprozesse als spätere Referenz – und natürlich Erinnerung – zu dokumentieren.

Die Dokumentation von “senses reconnected” wurde durch ein eigenes Team, unterstützt vom Foto-Team, realisiert. Eine Zeitschiene zu “senses reconnected” gibt einen groben Überblick darüber, wie viele verschiedene Bereiche, Disziplinen und Meilensteine während der Konzeptionierung und Realisierung des Projekts durchlaufen wurden. Sei es die Lieferung der Hardware Komponenten, die Fertigstellung der Konstruktionspläne oder die Anlieferung des Stahlgerüsts: Stück für Stück fügte sich aus Einzelteilen ein Ganzes zusammen.

Die Zeitschiene mit den Meilensteinen von "senses reconnected", Fotografie©Ursula Drees

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Das Projekt wurde in zwei verschiedenen Formen dokumentiert: Einerseits in diesem Blog, der ständig Neuigkeiten aus allen Teilbereichen veröffentlicht. Andererseits in Form einer DVD, auf der ein Making Of unter anderem mit Time Lapse Aufnahmen, Eindrücke von der MediaNight und Interviews mit Besuchern sowie mit dem Kurator, Kontur. Kunstverein Stuttgart e.V. Herr Menges und Frau Cozgarea, Art Curator & Coordinator SAP AG. Die Herausforderung lag dabei darin, ständig Aufnahmegeräte wie Foto- und Videokameras parat zu haben, sodass alle wichtigen Ereignisse in visueller Form eingefangen werden konnten. Dabei entstanden rund sechs Stunden Videomaterial, etwa 5000 manuelle Fotos und weitere tausende Aufnahmen für die Time Lapse (Zeitraffer), bei denen eine fest positionierte Fotokamera alle 40 Sekunden ein Bild von dem Aufbauraum der Installation schoss. Außerdem wird auf der DVD die Konzeptidee, die hinter “senses reconnected” steht, beschrieben und unser Dank an alle Sponsoren ausgesprochen. Zusätzlich findet man Bonusmaterial wie den Trailer und eine Bildergalerie mit 360° Aufnahmen der Installation, Modellbildern sowie Fotos des Teams bei der Arbeit. Die DVD hat den Anspruch über “senses reconnected” zu informieren und das Projekt umfassend zu beschreiben, ohne mit zu vielen Details zu langweilen.

von Kristin Tecles

Dokumentation DVD

Die DVD zur Dokumentation von "senses reconnected" beinhaltet unter anderem ein Making Of zum gesamten Projekt, Grafik©Rebecca Glaser

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